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Sitzungstermine des Gemeiderats und der Ausschüsse sind dem Bürgerinformationssystem der Gemeinde zu entnehmen - wenn auch  nicht immer rechtzeitig. Dazu die Tagesordnungen und Unterlagen - allerdings erst 5 Tage vorher. Die Termine vieler weiterer Veranstaltungen finden Sie im  Veranstaltungskalender der Gemeinde.

 

 

   

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Karlsruher Stadtrat erzwingt Kurswechsel bei der regionalen Gewerbeflächenpolitik / 04.03.14

Der Karlsruher Stadtrat hat am 18. Februar beschlossen, den Flächenfraß der Fächerstadt zu bremsen und kurzerhand einige der bisher für die Fortschreibung des Flächennutzungsplans projektierten Gewerbeflächen ersatzos gestrichen. (mehr dazu auf ka-news und im Amtsblatt Karlsruhe). Die Begründung:

  • Der in der Gewerbeflächenstudie errechnete maximale Flächenbedarf könne nicht das alleinige Maß für eine zukunftsorientierte Fortschreibung des Flächennutzungsplans sein. Er müsse mit anderen Belangen, insbesondere den Naherholungsbedürfnissen der Bevölkerung, dem Natur- und Landschaftsschutz abgewogen werden. 
  • es würden zu viel Flächen nur auf Verdacht bevorratet (gleiches wurde Waldbronn vom Nachbarschaftsverband und dem übergeordneten Regionalverband im Jahr 2000 hinsichtlich seiner überaus grußzügigen Flächenausweisungen im derzeitigen Flächennutzungsplan vorgeworfen).

Auch in anderen Kommunen bestehen  also große Zweifel an der Aussagekraft der Prognosen aus der Gewerbeflächenstudie. Aus Waldbronner Sicht nicht verwunderlich: schließlich beruhen hierzulande die sagenhaften Bedarfsprognosen auf einmaligen statistischen Extremwerten des Dienstleistungssektor der Jahre 2006 - 2008, zu denen keine Entsprechung im realen Wirtschaftsgeschehen zu finden ist.

Die Auswirkung der Karlsruher Entscheidung betrifft unmittelbar auch die Nachbargemeinden. Um seinen vermeintlichen künftigen Flächenbedarf zu decken muss Karlsruhe, das bestimmende Mitglied des Nachbarschaftsverbands, nun umdenken. In der Beschlussvorlage zur Stadtratssitzung heißt es wörtlich: „Der Gemeinderat erteilt der Verwaltung ergänzend den Auftrag, auf dieser Basis Verhandlungen über interkommunale Kooperationen mit Nachbargemeinden zu führen.“

Auch für Waldbronn bieten sich damit nun ganz konkrete Perspektiven. Aus der Beschlussvorlge:
"Inwieweit sich in dieser Situation Optionen ergeben, den Flächenbedarf für die Stadt Karlsruhe gemeinsam mit anderen NVK-Gemeinden außerhalb der Karlsruher Gemarkung mittels interkommunaler Kooperation zu decken, wäre in weiteren Gesprächen mit den entsprechenden Gemeinden im nächsten Schritt zu sondieren." und „Im Bereich des Autobahnanschlusses an der A 8 bei Palmbach wurde ebenfalls eine Option für eine gemeinsame Gewerbegebietsentwicklung mit Karlsbad diskutiert. Die von Karlsbad für einen interkommunalen Ansatz angeführte Fläche „Im Steinig“ ist im Vergleich zu „Obere Kohlplatte, Erweiterung“ deutlich ungünstiger bewertet. Eine Kooperation könnte deshalb durchaus auch auf Karlsruher Gemarkung erfolgen, auch unter Einbeziehung der im FNP 2010 bereits geplanten Fläche Untere Kohlplatte, Erweiterung (zu finden hier unter "Suche geplante Flächen / Karlsruhe / KA-226").

Wo die neue interkommunale Diskussion letztlich hinführt wird sich noch zeigen und das Protokoll der Verbandsversammlung des NVK vom 20. Februar (siehe zugehörige Beschlussvorlage Top 2) ist noch nicht veröffentlicht. Sicher ist aber schon jetzt: Waldbronn muss diese große Chance ergreifen und sich in die Verhandlungen um zukunftsweisende interkommunale Gewerbelösungen mit seinen Nachbargemeinden einzubringen. Diese sind sicher inhaltlich komplex und brauchen Geduld. Die Zeit dafür ist jedoch reichlich vorhanden, schließlich ist bei den örtlichen Gewerbetreibenden kein Neuerschließungsbedarf absehbar. 

Allerdings lassen diese Aussagen des Bürgermeisters darauf schließen, dass es bei den Visionen aus dem Rathaus nicht um das örtliche Gewerbe geht, sondern um großflächige Wohnbaupläne ohne Berücksichtigung der realen Gegebenheiten vor Ort (z.B. bisherige und prognostizierte Bevölkerungsentwicklung, Alternativen, vorhandene Potentiale im Bestand usw.):

26.06.2011: Geplant sei ein neues Gewerbegebiet an der Fleckenhöhe. Doch müsse erstmal der Bedarf ermittelt werden. Zwar boome es in der Technologieregion Karlsruhe, doch stelle sich in Waldbronn eher die Frage, ob nicht lieber in Wohnraum investiert werden sollte. Eine Möglichkeit wäre, die Fleckenhöhe als Mischgebiet auszuweisen.

05.07.2012:   ich möchte darauf hinweisen, dass es sich bei der vorgeschlagenen Entwicklung das Baugebiets Fleckenhöhe Süd nicht um die Bereitstellung gewerblich nutzbarer Baugrundstücke handelt. In diesem Gebiet sollen vorwiegend Wohngebäude entstehen, um der erwarteten Nachfrage nach Baugrundstücken zu entsprechen. Nur am Nordrand wären gemischt genutzte Grundstücke mit Büro, Forschung und wohnen denkbar.

 

 

   
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