Termine  

Sitzungstermine des Gemeiderats und der Ausschüsse sind dem Bürgerinformationssystem der Gemeinde zu entnehmen - wenn auch  nicht immer rechtzeitig. Dazu die Tagesordnungen und Unterlagen - allerdings erst 5 Tage vorher. Die Termine vieler weiterer Veranstaltungen finden Sie im  Veranstaltungskalender der Gemeinde.

 

 

   

Alternative für Beteiligung

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Hochwasserschutz nach dem St.-Florians-Prinzip

(03.05.15) Über Jahre war es um das Planungsungeheuer vom Albtal ruhig. Mehr als 1,2 Kilometer lang und offiziell mindestens 11 Meter hoch soll es oberhalb der Spinnerei 72.700 Quadratmeter FFH-Fläche, 75.600 Quadratmeter Naturschutzgebiet und z.B. auch das Heilquellenschutzgebiet beanspruchen. Sein irreführender Name: „Wiederherstellung des hundertjährigen Hochwasserschutz“, der eigentlich „Erweiterung“ oder „Anpassung an den Klimawandel“ lauten müsste. Denn unstrittig ist, dass der Klimawandel auch bei uns statt findet und z.B. die Regenmengen steigen lässt. Damit steigt die Hochwassergefahr, die durch die fortschreitende Bodenversiegelung noch verstärkt wird. Eingebettet sind die Planungen in einen Hochwasser-Risiko-Management-Plan, der europaweit - und mit entsprechenden Fördermitteln - verfolgt wird.

Im Falle der Alb ist der Umgang damit aber fragwürdig: Normalerweise baut Hochwasserschutz auf drei Säulen auf: a) Technischer Schutz, z.B. Dämme und Rückhaltebecken), b) Flächenmanagement, z.B. Erhalt und Wiederherstellung natürlicher Rückhalte- und Versickerungsflächen, sowie c) Vorsorge wie z.B. angepasste Nutzung gefährdeter Flächen, Bauten- und Verhaltensvorsorge. Eine gute Übersicht über die Schutzstrategien sowie die regionale Hochwassersituation gibt dieser Auszug aus dem Bericht der Stadt Karlsruhe zum Klimawandel (2013, Gesamtausgabe hier). Eine Fülle von allgemeinen Informationen, Links und Beispielen zum Thema findet sich in der Arbeitshilfe Starkregen und Sturzfluten des deutschen Städtetags.

Ettlingen und Karlsruhe aber wollen offenbar eine einfache, rein technische Maximalstlösung (Unterlagen mit Plänen und Daten dazu hier). Der Vorteil wörtlich: "keine Maßnahmen in Ettlingen erforderlich". Sie wurde aus mehreren Vorplanungsvarianten, die alle diesen Grundansatz verfolgten, ausgewählt. So hätten sie nicht nur bei einem statistischen Jahrhunderthochwasser noch völlig trockene Füße, sondern – wie manche Ettlinger Kommunalpolitiker gerne betonen - auch zusätzliche Bauflächen zur Verfügung! Durch die Hintertür sollen so der Natur- und Landschaftsschutz dem im wahrsten Sinne des Wortes uferlosen Siedlungsfraß geopfert werden.

Welch massiver Eingriff in das Landschaftsbild zu befürchten ist führen diese ersten groben Grafiken vor Augen - zur Vollansicht einfach anklicken:

Dass es durchaus verschiedene Sichtweisen zum Hochwasserschutz an der Alb gibt zeigen diese Unterlagen des Umweltschutzamts oder aus dem Gemeinderat Ettlingen.

Für eine zu fatalistische Pespektive halten wir allerdings eine (Einzel-)Aussage aus Waldbronns Gemeinderat: "das dauert eh noch zehn Jahre und dann hoffen wir halt mal, dass daraus eine touristische Attraktion wird".

Unverständlich ist, warum zur öffentlichen Informationsveranstaltung Ettlinger und Karlsruher Bürger eingeladen waren, aber nicht die Waldbronns. Und warum Waldbronn als Hauptbetroffener der Planungen nach Aussagen des Rathauses nicht in das Scopingverfahren eingebunden war (was allerdings nicht bedeutet, dass die Planungen dort nicht bekannt waren).

 

Nachtrag: bei der Begehung am 8.5. wurde auf Nachfrage einer Waldbronner Gemeinderätin durch Frau Sommer/Stadtbauamt Ettlingen bestätigt, dass durch diese Maßnahme die Nutzung weiterer Bauflächen in Ettlingen ermöglicht würde. Der Planer, der seit ca. 15 Jahren mit der Ausarbeitung des Projekts beschäftigt ist, gab an, zum ersten mal persönlich vor Ort zu sein. Es wurde auch darauf verwiesen, dass diese Planungsvariante u.a. aus Kostengründen ausgewählt wurde.

   
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